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Wind.Prinzessin

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Das Lied der gefallenen Helden...

Manchmal verstehe ich es selbst nicht. Ich habe keine Gründe mich zu fühlen, wie ich es immer und immer wieder tue... eigentlich bessert sich mein Leben von Jahr zu Jahr. Eigentlich wird alles nur besser. Aber wieso muss es immer diese kleinen, beissenden, fiesen Faktoren geben, die alles was man aufgebaut hat wieder in seine Einzelteile zerlegen muss? Vorallem... aus welchem Grund treten diese Faktoren immer wieder auf? Es gibt eigentlich keinen. Keinen der wirklich nennenswert wäre. Es sei denn, meine Augen verschließen sich, sobald er sich mir zeigt.

... kaum unterbreche ich das schreiben des obrigen Textes... fällt wiedereinmal einiges in sich zusammen. Bloß ist es diesmal nicht nur ein kleiner, geringer Faktor. Ich weiss langsam selbst nicht mehr weiter. Wieso? Nicht mir geschieht der ganze Mist. Ich sitze Tag ein Tag aus bloß hier, schaue zu - obwohl... nicht einmal dazu bin ich in der Lage, nein. Mir muss alles erzählt werden. Weil ich einfach nicht dazu in der Lage bin, es mitzuerleben. In das Geschehen einzugreifen. Nein, ich bin gezwungen jeden gottverdammten Tag hier zu sitzen und mir Dinge erzählen zu lassen. Nur, Gott, wann sind es mal positive Dinge? Mache ich mir zu viele Sorgen? Belästige ich gar damit? Bin ich vielleicht sogar, selbst wenn ich es mir nicht eingestehen will, übersensibel? Warum zermatert mich die geringste Kleinigkeit, bis von mir nur noch ein Staubkorn übrig ist der sich von dem Sonnenlicht anderer nährt, bis er wieder eine enorme Größe angenommen hat... nur um wieder zermatert zu werden?
Ich weiss nicht womit andere das verdient haben. Ich könnte kotzen. Vielleicht ist es sogar purer Egoismus, dass es mich so aufregt, dass ich unter den Leiden anderer zerbreche, dass diese Leiden, die nicht mir gehören, mich stets in einen Abgrund schubsen. Vielleicht regt es mich einfach nur auf, dass die Leiden anderer das Seil, welches mich vor dem Sturze rettet, bloß langsam zerschneiden. Ist es Mitgefühl? Oder purer Egoismus? Oder doch die so große Angst vor dem Fall?
Wie gerne würde ich für diese Antwort riesiges Leid auf mich nehmen. Vielleicht würde ich mir dann im Klaren sein, was eigentlich Sache ist. Wie eigentlich meine Umgebung funktioniert. Wie ich funktioniere.


Manchmal hasse ich dieses Lied. Es hat mich schon so oft heruntergerissen. Ich verbinde so viel mit diesem dreckigen Lied, und darunter ist leider nichts gutes. Und doch höre ich es mir schon wieder an. Bei diesem Lied... ist es, als würde alles um mich herum verschwimmen. Alles vergessen. Einfach nur diese Töne auf mich wirken lassen... und dann erscheint dieses Bild vor meinem inneren Auge, überschattet alle anderen Bilder welche sich nurnoch störenderweise in der Realität ausbreiten.
Anfangs sah ich dort eine schöne, grün bewachsene Wiese. Vielleicht von einer hübschen Stadt ab... nicht die heutige Epoche. Viel mittelalterlicher. Ein gepflasterter Weg führt durch die Wiese... leise begleitet von Zirpengrillen und Vogelgesang. Ein kleiner Junge läuft über den Weg... er hat ein festes Ziel vor Augen. Am Ende des Weges steht ein großer Podest, aus hellem Marmor gemeißelt... es ist eine Statue. Dieses Gebilde reprästentiert ein Mann in Rüstung, welcher mit strahlenden Augen gen Himmel lächelt... es sind die selben Augen wie der Junge sie hat. Sie strahlen diesen Antlitz an... voller Freude und Ehrfurcht... und doch rollt eine Träne seine Wange entlang. Ich weiss nicht wer dieser Mann ist, doch er war ein Held. Ich weiss nicht was für einer, doch manchmal habe ich das Gefühl ich bin der kleine Junge. Und dann fange ich den Blick der Statue... und das Antlitz verschwindet. Erneuert sehe ich eine grüne Wiese... doch ist es ein Hügel. Es raschelt leise... das Geräusch von Ketten. Dann sehe ich ihn. Ein gebrochener Mann, auf dem Boden gehockt, die Kniee zerschundet, Ketten am ganzen Leibe, welche ihn gen Boden drücken... ihn versuchen unter die Erde zu bringen. Hoffnungslos ist sein Kampf, und doch stemmt er sich gegen die einwirkende Kraft der Schellen... es bringt alles nichts. Und so zerschundet und vernarbt wie er wirkt... hat es den Anschein als kämpfe er schon seit Jahrhunderten gegen den Stahl, der ihn bindet. Als dieser Mann aufblickt, ich seine Augen für einen Sekundenbruchteil erhasche... wird mir klar, dass dieser Mann damals vor einer Statue stand und sich wünschte ein Held zu sein. Nicht im Sinne die Welt zu retten, nein... ein Held, der sein Leben meistert. Ein kleiner Junge der sich aufmachte ein Held zu werden, nun in Ketten auf meinen Hügel gefesselt, um weiten ehrloser und weniger hübsch anzusehen wie eine Statue auf einem gesäumten Hügel. Mit der Zeit treten Kinder auf den Hügel, bewerfen den kleinen Jungen, gefangen in einem verletzten Körper, mit Steinen... Steine, welche Faktoren darstellen, die seinen Kampf mit jedem Wurf schwerer machen.

Wenn ich wieder meine Augen öffne, das Lied nach einigen Minuten zuende geht... stellt sich mir wieder die Frage - spielt meine Fantasie mir einen Streich, oder bin ich bloß ein kleiner Junge auf dem hoffnungslosen Weg ein Held zu werden? Muss ich erst stolpern oder kämpfe ich bereits gegen die Ketten?

Warum kann mir darauf niemand antworten?
15.12.06 06:41
 


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